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Gerd "Lange" wird von den preussischen Städten vorgeworfen, in den Jahren 1427-1433, dem Schiffer Simon Pickberner ein Schiff, im Gesamtgewicht von 400 Pfund, konfisziert zu haben. Der Vorfall wird im Verzeichnis der preussischen Unterthanen durch die Auslieger der Hansestädte zugefügten Schäden [1] erwähnt.
Historischer Hintergrund :
Der Auslöser für die obigen Klagen, war eine Konfrontation der wendischen Städte mit der Kalmarer Union (1426-1435), die unter Führung Erichs I von Pommern dazu trachtete Holstein zu annektieren. Dies stößt auf Widerstand der „Hansestädte“, die seit dem Frieden von Stralsund (1370) Handelsprivilegien im Ostseeraum genießen und sich gegen, den von Dänemark initiierten, Sundzoll aggressiv wehren. Der Preußische Städtebund weigerte sich dem Hilferuf der wendischen Städte nachzugehen und so schloss der Deutsche Orden mit Erich I einen separaten Waffenstillstand. Als Reaktion darauf, entscheiden sich wendische Händler, die Konfiszierung des preußischen Schiffsgutes zu finanzieren.
Leben
Namensvarianten: Gerd Lange, Gelle [2] , bei "Lange" handelt es sich wahrscheinlich um ein Pseudonym, s. dazu Gerd Flowyk (LU 7, nr.57, S.6)
Lebensdaten: Erste Erscheinung in Quellen 1427-1430 als Täter [1], möglicherweise schon im September 1427, als Opfer [3]
Herkunft: Als einer der "van der Wismer" beschrieben - Wismar [1], möglicherweise in Lübeck sesshaft gewesen [3]
Tätigkeitsgebiet: Ostsee, Baltikum, Wendische Städte
Verwandtschaft: unbekannt
Tätigkeiten
Aktivitäten als Fehdehelfer:
Gerd "Lange" wurde von den Wendischen Städten beauftragt im Konflikt gegen die Kalmarer Union auf See tätig zu sein.
Status: Als einer der "Hovetlude", also "Hauptleute" bezeichnet.
Fahrgemeinschaften: Arndt Bekelin, Johan Stortebeker,
Auftraggeber: Wendische Städte, vermutlich Stadtrat von Wismar, später selbstständig im "Beruf".
Angaben zu Schiff und Besatzung: unbekannt
Sonstige Tätigkeiten:
Es bestetht Grund zur Annahme, dass Gerd "Lange" und Gerd Flowyk, aufgrund geographischer und chronologischer Nähe, die gleiche Person sind. Als Kaufmann aus Lübeck, könnte er trotz seiner Vergangenheit anonym bleiben und das "Ausliegergeschäft" beruflich betreiben. Das Motiv und die Verbindung mit den "von der Wismer" ist somit ebenfalls gegeben (s. LU 7, nr.57 - "Der Rath von Lübeck verwendet sich bei dem Rathe von Wismar wegen einer von Wismarischen Ausliegern genommenen Güter").
Problematisch bleibt, dass die Information im Verzeichnis uns keine zeitliche Einordnung bis aufs genaueste Jahr erlaubt und dass eine explizite Bestätigung dieser Hypothese noch nicht gefunden wurde.
Sonstiges
Die folgenden Quellen enthalten keine weiteren Informationen :
HR I.1-8, II.1-7, III.1-9
HU 1-11
LU 1-11
PrU 1-6
Mu 1-25
Diplomatarium Norvegicum 1-22
- Handelingen van de Leden en van de Staten van Vlaanderen
Quellen
HR II.1, Nr.543, S.476-484
LU 7, Nr.57, S.6
Literatur
Einzelnachweise
[1] HR II.1, Nr.543, § 46, S.483
[2] HU 4, IX, S.12
[3] LU 7, nr 57, S.6 (s.Anmerkungen)
